Herman van Saftleven, in the manner of

(Rotterdam 1609-1685 Utrecht)

View into a Valley
Oil on panel
10.5 × 12.5 cm (4.13 × 4.92 in)
Frame: 18.7 x 21 cm (7.36 x 8.27 in)

Provenance:
Private collection CR, Starnberg.

On the back of the panel is a handwritten collection label in ink, with the inventory number 82, the name of the alleged painter, and a brief description of the work: “N 82/ H. Saftleven/ Kleinste Landsch[aft]”. A vertical number, “47”, also appears on the panel. The painting is preserved in an attractive, slightly later frame, fitted with a plaque naming the artist and recording his life dates.

Expertise:
Wolfgang Schulz verbally confirmed the authorship of the named artist on the basis of high-resolution photographs. Fred Meijer did not confirm the attribution to Saftleven (December 16, 2025).

The atmospheric landscape with a rider was assessed by the renowned German art historian Wolfgang Schulz (1943–2015), author of the seminal monograph Herman Saftleven – Leben und Werke (1982), who regarded it as an authentic work by Saftleven. This opinion, however, is not shared by Fred Meijer — an internationally leading authority on 17th-century Dutch and Flemish painting — nor by us. The repertoire of motifs and the pictorial language present in this landscape diverge from those typically associated with Saftleven, who is best known for his Rhine views, in which a river — real or imaginary — almost invariably plays a dominant role in the composition.

In this work, the primary visual appeal lies instead in the rounded, eroded mountain ranges in the background, bathed in the warm light of a late afternoon sun. Their alternating bare patches and vegetation create a tranquil rhythm of terracotta and green tones. These colours intensify toward the foreground and gradually fade as the eye moves back in the spatial setting, where atmospheric perspective casts a bluish-lilac veil over the most distant peaks. Although the sky remains largely blue, the growing cumulus clouds suggest that the sun’s strength will not last much longer.

The middle ground opens onto a cultivated valley, sparsely populated with cursorily rendered houses nestled among leafy trees. In the shady foreground, a jutting rock formation acts as a repoussoir, anchoring the composition and guiding the viewer into the pictorial depth. Softly articulated ranges of hills gradually dissolve into the distance, giving way to sunlit slopes that frame the horizon. Their subdued illumination contrasts with the shadowy foliage of the scattered buildings in the village below. From here, a lively mountain stream meanders forward, drawing the viewer’s eye toward the foreground.

Only then does the viewer encounter the narrative element: a rider in contemporary dress, mounted on a white horse, follows a winding path alongside the stream, which makes a distinct bend in the lower right foreground. His presence introduces a quiet sense of movement and raises questions of origin and destination. Barely discernible to the naked eye, three figures appear to approach him near the bend by the waterfall, subtly disturbing the idyllic calm of the scene.

Despite its modest dimensions, the panel should not be described as a miniature. While as a rule of thumb a miniature is defined as a painting that fits comfortably within the palm of a hand, size criteria have gradually reduced over time to the current standard of about 10 × 15 cm (4 × 6 inches), including the frame. The present work falls just outside this definition. Nevertheless, it remains a finely observed small-scale landscape by an exceptionally talented master, combining spatial clarity with a balanced and harmonious orchestration of natural forms and human presence.

Comparative Literature
Wolfgang Schulz, Herman Saftleven 1609-1685. Leben und Werke, mit einem kritischen Katalog der Gemälde und Zeichnungen, Berlin [etc.] 1982.

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Herman van Saftleven
(Rotterdam 1609–1685 Utrecht), in der Art von

Blick in ein Tal
Öl auf Holztafel
10,5 × 12,5 cm (4,13 × 4,92 Zoll)
Rahmen: 18,7 × 21 cm (7,36 × 8,27 Zoll)

Provenienz:
Privatbesitz CR, Starnberg.

Auf der Rückseite der Tafel befindet sich ein handschriftliches Sammlungsetikett in Tinte mit der Inventarnummer 82, dem Namen des angeblichen Malers und einer kurzen Beschreibung des Werks: „N 82/ H. Saftleven/ Kleinste Landsch[aft]“. Eine vertikale Zahl, „47“, erscheint ebenfalls auf der Tafel. Das Gemälde ist in einem attraktiven, leicht späteren Rahmen erhalten, der mit einer Plakette versehen ist, die den Künstler nennt und seine Lebensdaten verzeichnet. Expertise: Wolfgang Schulz bestätigte die Urheberschaft des genannten Künstlers mündlich auf der Grundlage hochauflösender Fotografien. Fred Meijer bestätigte die Zuschreibung an Saftleven nicht (16. Dezember 2025).

Die atmosphärische Landschaft mit einem Reiter wurde von dem renommierten deutschen Kunsthistoriker Wolfgang Schulz (1943–2015), Autor der grundlegenden Monografie Herman Saftleven – Leben und Werke (1982), als authentisches Werk Saftlevens bewertet. Diese Meinung wird jedoch weder von Fred Meijer – einer international führenden Autorität für niederländische und flämische Malerei des 17. Jahrhunderts – noch von uns geteilt. Das Repertoire der Motive und die Bildsprache in dieser Landschaft weichen von denen ab, die typischerweise mit Saftleven assoziiert werden, der vor allem für seine Rheinansichten bekannt ist, in denen ein Fluss – real oder imaginär – fast immer eine dominierende Rolle in der Komposition spielt.

In diesem Werk liegt der primäre visuelle Reiz stattdessen in den abgerundeten, erodierten Bergketten im Hintergrund, die im warmen Licht einer späten Nachmittagssonne baden. Ihre abwechselnden kahlen Stellen und Vegetation schaffen einen ruhigen Rhythmus aus Terrakotta- und Grüntönen. Diese Farben intensivieren sich zum Vordergrund hin und verblassen allmählich, wenn der Blick in die räumliche Tiefe wandert, wo die atmosphärische Perspektive einen bläulich-lilafarbenen Schleier über die entferntesten Gipfel legt. Obwohl der Himmel weitgehend blau bleibt, deuten die wachsenden Kumuluswolken darauf hin, dass die Kraft der Sonne nicht mehr lange anhalten wird.

Der Mittelgrund öffnet sich zu einem kultivierten Tal, das sparsam mit flüchtig dargestellten Häusern zwischen belaubten Bäumen besiedelt ist. Im schattigen Vordergrund dient eine vorspringende Felsformation als repoussoir, verankert die Komposition und führt den Betrachter in die bildliche Tiefe. Sanft artikulierte Hügelketten lösen sich allmählich in der Ferne auf und weichen sonnenbeschienenen Hängen, die den Horizont rahmen. Ihre gedämpfte Beleuchtung kontrastiert mit dem schattigen Laub der verstreuten Gebäude im Dorf darunter. Von hier aus schlängelt sich ein lebhafter Bergbach nach vorne und lenkt den Blick des Betrachters zum Vordergrund.

Erst dann begegnet der Betrachter dem narrativen Element: Ein Reiter in zeitgenössischer Kleidung, auf einem weißen Pferd sitzend, folgt einem gewundenen Pfad entlang des Baches, der im unteren rechten Vordergrund eine deutliche Biegung macht. Seine Anwesenheit bringt eine leise Bewegung in die Szene und wirft Fragen nach Herkunft und Ziel auf. Kaum mit bloßem Auge erkennbar, scheinen drei Figuren sich ihm in der Nähe der Biegung beim Wasserfall zu nähern und stören subtil die idyllische Ruhe der Szene.

Trotz seiner bescheidenen Abmessungen sollte die Tafel nicht als Miniatur bezeichnet werden. Als Faustregel gilt, dass eine Miniatur ein Gemälde ist, das bequem in die Handfläche passt, wobei sich die Größenkriterien im Laufe der Zeit allmählich auf den heutigen Standard von etwa 10 × 15 cm (4 × 6 Zoll) inklusive Rahmen verringert haben. Das vorliegende Werk fällt knapp aus dieser Definition heraus. Dennoch bleibt es eine fein beobachtete Landschaft im Kleinformat von einem außergewöhnlich talentierten Meister, die räumliche Klarheit mit einer ausgewogenen und harmonischen Orchestrierung natürlicher Formen und menschlicher Präsenz verbindet.

Vergleichsliteratur:
Wolfgang Schulz, Herman Saftleven 1609–1685. Leben und Werke, mit einem kritischen Katalog der Gemälde und Zeichnungen, Berlin [u.a.] 1982.

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